Rollos haben in der Fenster- und Wohnraumgestaltung als Sonnen- und Sichtschutz bzw. als Verdunkelungsanlagen schon eine längere Tradition. In ihrer Entwicklungsgeschichte traten verschiedenste Formen auf, die auch heute noch ihre Verwendung finden. Neben dem allgegenwärtigen Springrollo, das den Stoff anhand von Federspannung fast wie von selbst auf eine Rolle aufwickelt, gibt es auch das etwas rustikaler wirkende Schnurzugrollo, bei dem man auch Materialien wie dünne Bambus- oder Holzstäbe bis hin zu Kunststoff nach oben oder unten rollen konnte. Und dann eben auch den Vorfahren des Plissees, nämlich die Faltrollos aus dickem Papier. Viele können sich vielleicht noch an diese noch erinnern. Meist traten sie in den naturellen Farbtönen des Packpapiers in Erscheinung, die sich nach einer gewissen Zeit durch Sonneneinstrahlung oder Feuchtigkeit partiell veränderten. Und leider hielten diese Papier-Faltrollos auch mechanischen Belastungen nicht stand und rissen schnell ein, z. B. wenn man sie reinigen wollte oder versehentlich die Zugschnur nicht fest genug gehalten wurde und das Faltrollo durch sein großes Gewicht ungebremst nach unten raste. Für eine Verwendung tagsüber als Sicht- oder Sonnenschutz waren sie im Vergleich zu den textilen Plissees weniger geeignet, da die sehr geringe Lichtdurchlässigkeit des Papiers zu stark verdunkelte.
Trotzdem verbreiteten sie ein gewisses wohnliches und auch modernes Flair. Wahrscheinlich kam die Idee aus der Modewelt, in der immer wieder plissierte Stoffe verwendet wurden, die breiteren Papier-Falten durch filigranere Stofffalten zu ersetzen. Durch die Verwendung von plissierten Stoffen erhielten sie mehr den Charakter einer Gardine, so dass nun die Bezeichnung Falt-Store passender war. Je nach Stoffdichte kann man nun mit transparenten lichtdurchlässigen, blickdichten bzw. halbtransparenten oder auch dimm-out Plissees wählen und somit das Tageslicht optimal dosieren. Die technische Bearbeitung von Plissee-Stoffen machen sie widerstandsfähig gegen mechanische Belastungen und garantieren eine dauerhafte und gleichbleibende Faltenstruktur. Doch noch weitere Vorzüge der textilen Faltstores gegenüber den Papier-Faltrollos verdrängten diese von unseren Fenstern. Spezielle Beschichtungen auf den Geweben können die Plissees bestimmten Bedürfnissen anpassen. Sie halten die Feuchtigkeit in Badezimmern oder Küche aus und können sogar teilweise gewaschen werden. Mit reflektierenden Beschichtungen an der Rückseite sind sie optimale Wärmeschützer an stark sonnenbeschienenen Dachfenstern.
Und mit den textilen Faltstores kam auch endlich mehr Farbe an die Fenster. Jeder Farbwunsch ist umsetzbar, jede Form und jede Größe. Und nicht zuletzt sind sie durch ihr geringes Eigengewicht auch in größeren Formen immer noch sehr leicht bedienbar. Der Begriff Faltrollo ist nach wie vor gängig, denn das Prinzip ist im Grunde das gleiche geblieben. Doch nach und nach setzt sich die Bezeichnung Plissee oder Faltstore mehr und mehr durch, so dass es bald nicht mehr zu Verwechslungen oder Missverständnissen bei Einkäufen und Bestellungen kommen wird.
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